Dünne Brillengläser

Grundsätzlich gilt für Kurz,- und Weitsichtige:

Je kleiner die Brillenfassung ist, desto dünner und leichter werden die Gläser.

Es gibt Brillengläser in Glas- und Kunststoffmaterialien. Kunststoffgläser wiegen bei gleicher optischer Wirkung nur rund die Hälfte von mineralischen Gläsern. Durch höherbrechende Materialien können die Gläser noch dünner und damit in den meisten Fällen noch leichter werden. Durch den höheren Brechungsindex wird an den Glasflächen eine stärkere Ablenkung erzeugt, wodurch die Gläser schwächer gekrümmt sein können.

Früher konnte man höherbrechende Materialien nur bei mineralischen Gläsern erzeugen. Für Kunststoffgläser gab es bis vor wenigen Jahren nur ein Material mit dem relativ geringen Brechungsindex von 1,5. Dadurch waren Kunststoffgläser zwar wesentlich leichter, aber bei gleicher optischer Wirkung auch dicker als mineralische Gläser. In den letzten Jahren kamen viele neue Kunststoffmaterialien mit einem Brechungsindex von bis zu 1,74 auf den Markt. Diese modernen Gläser sind also nicht nur leicht, sondern auch ausgesprochen dünn. Außerdem gibt es noch einige weitere Verfahren, um die Glasdicke zu reduzieren. Eine Möglichkeit bietet die Verwendung von flachen, asphärischen Flächen.

Bei asphärischen Gläsern ist die Krümmung der Glasflächen nicht konstant, sondern sie wird zum Rand hin flacher. Dadurch können die Gläser noch dünner, aber trotzdem mit einer optimalen Abbildungsqualität hergestellt werden.

Weiterhin gibt es für Weitsichtige auch die Möglichkeit, die benötigte Glasstärke und die sich daraus ergebende Dicke und Krümmung des Glases individuell auf die Größe und Form der Brillenfassung und der Position des Auges zur Brille zu berechnen. Das Glas wird nicht mehr rund gefertigt, sondern in der Form wie das Glas der Brillenfassung. Dieses Verfahren wird Mittendickenreduzierung genannt und kann zusätzlich zu einer beträchtlichen Dicken- und Gewichtsersparnis führen.

Alle hier genannten Möglichkeiten sollten gut aufeinander abgestimmt werden und bringen je nach Glasstärke mal mehr und mal weniger. Daher sollten sie zur entgültigen Entscheidung immer einen erfahrenen Augenoptiker zu Rate ziehen.